Darmkrebs ist durch Vorsorge zu verhindern

  • 12.12.2024
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  • Barmherzige Schwestern Ried
Darmkrebs lässt sich durch Vorsorge verhindern.

Darmkrebs ist keine reine Männersache – auch Frauen sind häufig betroffen. Jährlich sterben rund 900 Österreicherinnen daran. Doch es gibt eine gute Nachricht: Wird die Erkrankung frühzeitig erkannt, sind die Heilungschancen äußerst gut. Und: Kein anderer Krebs lässt sich so effektiv durch Vorsorge verhindern.

Mit mehr als 4500 Neuerkrankungen pro Jahr ist Darmkrebs die dritthäufigste Krebserkrankung in Österreich. Trotz eines leichten Rückgangs in den letzten Jahren sind die Zahlen weiterhin alarmierend hoch. „Da Darmkrebs in den frühen Stadien meist keine spürbaren Beschwerden verursacht, ist Vorsorge entscheidend – und sie ist keine große Sache“, erklärt Dr. Peter Adelsgruber, Oberarzt der Chirurgischen Abteilung am Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Ried.

Prävention: Ernährung und Bewegung
Bewegung und eine bewusste Ernährung spielen eine Schlüsselrolle bei der Vorbeugung. Übergewicht gilt als wesentlicher Risikofaktor. Dabei sind extreme Diäten nicht notwendig. Vielmehr geht es um genussvolles und qualitativ hochwertiges Essen: weniger rotes Fleisch, weniger tierische Fette, dafür ballaststoffreiche Lebensmittel und maßvoller Alkoholkonsum. „Die Dosis macht das Gift“, so Dr. Adelsgruber. Regelmäßige Bewegung unterstützt die Verdauung und hilft, Stress abzubauen – ein weiterer Faktor, der die Krebsentstehung beeinflussen kann.

Vorsorge ist einfach und effektiv
Neben einer gesunden Lebensweise ist die Vorsorge essenziell. Empfohlen wird eine jährliche Untersuchung auf verstecktes Blut im Stuhl, die etwa beim Hausarzt durchgeführt werden kann, sowie ab dem 50. Lebensjahr eine Darmspiegelung (Koloskopie). Diese ermöglicht es, Veränderungen der Darmschleimhaut frühzeitig zu erkennen und zu entfernen, bevor sie bösartig werden.

Für Menschen mit familiärer Vorbelastung gilt eine besondere Regel: Die erste Koloskopie sollte zehn Jahre vor dem Alter erfolgen, in dem die erkrankte Verwandte oder der Verwandte diagnostiziert wurde.

Die Koloskopie im Krankenhaus Ried wird nach den Richtlinien der „sanften Koloskopie“ durchgeführt. Patient*innen erhalten eine leichte Sedierung, die viele als äußerst angenehm empfinden. „Oft hören wir, dass dies der beste Schlaf ihres Lebens war“, berichtet Dr. Adelsgruber. Das beruhigende Ergebnis nach der Untersuchung: Klarheit und Sicherheit über die eigene Gesundheit.

Ganzheitliche Betreuung im Darmgesundheitszentrum
Wird dennoch Darmkrebs diagnostiziert, bietet das Darmgesundheitszentrum (DGZ) des Krankenhauses Ried umfassende Betreuung. Seit über zehn Jahren bündelt diese Einrichtung die Expertise verschiedener Fachbereiche – von Innerer Medizin und Chirurgie bis hin zu Psychoonkologie und Rehabilitation.

Mit modernster Diagnostik (z. B. MRT, CT, Ultraschall, Gewebsuntersuchungen) wird das Ausmaß des Tumors festgestellt. Die Therapiepläne werden individuell in interdisziplinären Teams erstellt und umfassen oft eine Kombination aus Operation und Chemotherapie. Dank roboterassistierter Chirurgie mit dem daVinci-System können Eingriffe am Dick- und Enddarm mittlerweile noch präziser und sicherer durchgeführt werden.

Sollte eine Strahlentherapie notwendig sein, kooperiert das Krankenhaus Ried mit Partnern wie dem Ordensklinikum Linz. Ergänzt wird die Behandlung durch ambulante und stationäre Rehabilitation sowie engmaschige Nachsorge, die bis zu fünf Jahre nach der Operation gewährleistet ist.

Der Appell: Frühzeitig vorsorgen
Die Chancen auf eine vollständige Heilung liegen bei frühzeitiger Diagnose bei bis zu 100 Prozent. Doch es gibt auch Fälle, in denen nur noch eine palliative Behandlung möglich ist. Dr. Adelsgruber appelliert daher eindringlich: „Nehmen Sie das Thema Darmgesundheitsvorsorge ernst. Sie kann Leben retten.“


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