„Orange the World 2025“ – Krankenhaus Braunau setzt ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen

  • 02.12.2025
  • |
  • St. Josef Braunau
Seit 25. November, dem „Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen“, und noch bis 10. Dezember, dem „Internationalen Menschenrechtstag“, leuchtet das Krankenhaus St. Josef Braunau wieder in kräftigem Orange. Das Braunauer Spital bekennt als Teil der internationalen UN-Kampagne „Orange the World“ erneut Farbe und setzt damit ein starkes Zeichen gegen Gewalt.

Im Aktionszeitraum ist im Eingangsbereich des Krankenhauses ein Informationsstand eingerichtet. Hier werden Informationen zum Thema häusliche Gewalt gegen Frauen auf einem Bildschirm präsentiert und Folder von Gewaltschutzeinrichtungen aufgelegt. Weitere Informationen zur Kampagne gibt es auf der Website www.unwomen.at/unserearbeit/kampagnen/orange-the-world/oesterreich/.

Gewaltschutzgruppe im Krankenhaus Braunau

Das Krankenhaus kann ein erster Zufluchtsort für Betroffene sein. Genau aus diesem Grund gibt es seit 2011 die gesetzliche Verpflichtung für Krankenanstalten, Opferschutzgruppen für Erwachsene und Kinder einzurichten. Im Krankenhaus St. Josef setzt sich die Gewaltschutzgruppe aus Ärztinnen und Ärzten, Pflegepersonen, Psychologinnen, Sozialarbeiterinnen sowie Verwaltungsmitarbeiterinnen zusammen. Diese bemühen sich darum, das Bewusstsein für Gewaltschutz im Krankenhaus zu stärken, Betroffene zu beraten und die Gewaltopferbetreuung so effizient und schonend wie möglich für die Opfer zu organisieren.

UN-Kampagne „Orange the World“

Laut UN-Women wurde im Jahr 2022 weltweit alle zehn Minuten eine Frau von einem Partner oder Familienmitglied getötet. In Österreich werden im Durchschnitt drei Frauen pro Monat getötet – die Aktion macht daher heuer auf diese alarmierende Eskalation der Gewalt gegen Frauen aufmerksam.

„Diese dramatischen Zahlen haben oft eine lange Vorgeschichte, beginnen mitunter als DIE große Liebe und verwandeln sich erst nach und nach für Betroffene in eine große Abhängigkeit und täglichen Terror“, erläutern Alexandra Königsberger, MSc und Mag. Gudrun Pointner von der Gewaltschutzgruppe St. Josef. „In dieser Zeitspanne haben wir alle – professionelle Helfer wie auch Privatpersonen – immer wieder die Gelegenheit, Betroffenen die Hand zu reichen und sie zu unterstützen. Eine Trennung braucht oft mehrere Anläufe und es ist wichtig, dass wir den Kontakt zu den Gewaltopfern aufrechterhalten, auch wenn wir ihre Entscheidungen, zum Beispiel zurück zum Partner zu gehen, nicht immer nachvollziehen können.“

Gebäude erstrahlen in oranger Farbe

Weltweit erstrahlen in diesen „16 Tagen gegen Gewalt“ Gebäude in oranger Farbe, um ein sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen zu setzen. Die Kampagne „Orange the World“ trägt somit zur gesellschaftlichen Enttabuisierung dieses Themas bei.

„‘Scham muss die Seite wechseln‘ – dieses Zitat kennen wir von der mutigen Überlebenden Giséle Pelicot. Dafür braucht es Bewusstsein für das Thema Gewalt, ein Hinsehen und kein Wegsehen, es muss Raum geschaffen werden für Betroffene. Deshalb sind Kampagnen wie ‚Orange the World‘ ein wichtiges Zeichen“, erklärte Sozialarbeiterin Anna Eder, BA, von der Gewaltschutzgruppe.

 

Am Bild von links: Personalleiter Mag. Christian Kneidinger, Verwaltungsdirektor Maximilian Kraus, MA, Anna-Theresa Eder, BA, Maximilian Weitenhillinger, BSc, Mag. Gudrun Pointner (alle Gewaltschutzgruppe St. Josef) und Pflegedirektorin Gerlinde Bermannschlager, MSc.
 


Zurück zur Übersicht

Weitere Beiträge