Erfolgreiche AMD-Studie in Ried abgeschlossen
- 16.02.2026
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- Barmherzige Schwestern Ried
Die im Herbst 2022 gestartete wissenschaftliche Studie des Krankenhauses der Barmherzigen Schwestern Ried unter der Leitung von Prim. Doz. Dr. Robert Hörantner, Leiter der Abteilung für Augenheilkunde, wurde erfolgreich abgeschlossen. Dank der breiten medialen Berichterstattung konnten innerhalb kürzester Zeit alle benötigten Teilnehmer*innen gewonnen werden. „Ohne die großartige Unterstützung der Medien wäre eine so rasche Rekrutierung nicht möglich gewesen. Dafür möchten wir uns sehr herzlich bedanken“, betont Hörantner.
Hintergrund: Trockene AMD – großer Bedarf, wenig Therapieoptionen
Die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) zählt weltweit zu den häufigsten Ursachen für den Verlust der zentralen Sehkraft im höheren Lebensalter. Besonders die trockene Form tritt häufig ab dem 70. Lebensjahr auf und stellt aufgrund fehlender kausaler Therapieoptionen eine große Herausforderung dar. Entsprechend konzentriert sich die Behandlung bisher auf die Linderung von Beschwerden und die möglichst lange Erhaltung der Lebensqualität. Eine im Innviertel entwickelte digitale Innovation – der Medical Eye Trainer (M.E.T.), eine Handy-App – eröffnet hier neue Perspektiven. Das 90-sekündige tägliche Training pro betroffenem Auge soll bislang ungenutzte Netzhautzellen aktivieren, die teilweise Aufgaben geschädigter Bereiche übernehmen können.
Studienergebnisse: Sehschärfe und Alltag deutlich verbessert
Die nun abgeschlossene Studie zeigt deutliche Vorteile bei Patient*innen, die das Training regelmäßig durchführten. Die Sehschärfe des betroffenen Auges verbesserte sich im Durchschnitt um 11 Prozent. Viele Betroffene berichteten gleichzeitig von spürbaren Erleichterungen in alltäglichen Situationen, etwa beim Lesen oder beim Erkennen von Gesichtern. Die Akzeptanz der Methode war hoch; ein Großteil der Teilnehmer*innen entschied sich, das Training auch nach Abschluss der Studie fortzuführen. Wie bei allen Therapien in der Medizin kann nicht in allen Fällen geholfen werden, die Anzahl der Patient*innen welche nicht auf die Therapie ansprachen war gering. Ein krankheitstypisches Fortschreiten der Sehminderung wurde nur in wenigen Fällen beobachtet.
„Die Ergebnisse bestätigen, dass das Auge lernen kann – selbst im hohen Alter“, erklärt Hörantner. Das Training ersetze keine andere Therapie und kann die AMD nicht heilen, doch es aktiviert vorhandene Potenziale und führt so zu konkreten Verbesserungen im Alltag. Genau diese unmittelbaren Effekte seien der Grund gewesen, die Studie bewusst in einem kleineren wissenschaftlichen Rahmen durchzuführen. Die App und das tägliche Training bieten dabei eine wertvolle Gelegenheit, das Beste aus dem herauszuholen, was an Sehkraft noch vorhanden ist.
Durch gezielte Übungen wird die visuelle Wahrnehmung geschult, was den Nutzern hilft, ihre Sehkraft aktiv zu erhalten und sogar zu verbessern, soweit es der individuelle Krankheitszustand zulässt.
Erfahrungen der Patient*innen: Mehr Selbstständigkeit und Motivation
Zahlreiche Teilnehmer*innen gaben an, dass sie sich durch das tägliche Kurztraining wieder sicherer fühlen und Aufgaben des täglichen Lebens besser bewältigen können. Besonders motivierend sei das Gefühl gewesen, selbst aktiv etwas gegen die Verschlechterung der eigenen Sehkraft unternehmen zu können. Viele empfanden dies als wichtigen Beitrag zur Aufrechterhaltung ihrer Selbstständigkeit.
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