Fusionsbiopsie: Prostatakrebs jetzt noch sicherer und schonender erkennen

  • 16.03.2026
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  • Barmherzige Schwestern Ried
Bei Verdacht auf Prostatakarzinom bringt nur eine Gewebeentnahme Gewissheit. Als erstes Spital in Österreich setzt das Krankenhaus der Barmherzige Schwestern Ried nun auf ein Biopsie-System, das höchste Genauigkeit ermöglicht. Tumoren werden dadurch noch verlässlicher gefunden. Der Eingriff kann ambulant erfolgen, eine Vollnarkose ist nicht mehr nötig.

Prostatakrebs ist bei Männern die häufigste bösartige Erkrankung. Wird er frühzeitig erkannt, stehen die Heilungschancen heute sehr gut; doch im Anfangsstadium verursachen diese Tumoren kaum Beschwerden. Umso wichtiger ist für Männer spätestens ab 45 Jahren die regelmäßige Vorsorgeuntersuchung der Prostata.

Ergibt sich dabei der Verdacht auf ein Karzinom und zeigt auch eine anschließende Magnetresonanz-Aufnahme (MRT) Auffälligkeiten, müssen Gewebsproben aus dem betroffenen Bereich der Vorsteherdrüse entnommen werden. Das etwa walnussgroße Organ liegt zwischen der Harnblase und dem Beckenboden. Die Position der Biopsie-Nadel wird dabei von Arzt bzw. Ärztin mithilfe von Ultraschall kontrolliert.

 

Auch die KI unterstützt 

Im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Ried kommt nun – erstmals in Österreich – ein System namens Koelis Trinity zum Einsatz. Entdeckt ein spezialisiertes Radiolog*innen-Team im MRT-Auffälligkeiten, können diese mit KI-Unterstützung eingezeichnet werden. Diese Aufnahmen überlagert und verschmilzt das System während der Biopsie mit dem aktuellen Ultraschallbild zu einem 3D-Modell für eine besonders präzise Nadelführung. So können auch kleine oder schwer erreichbare Tumoren verlässlich getroffen werden.

Eine weitere spezielle Software erkennt und korrigiert in Echtzeit selbst kleinste Bewegungen des Patienten während des 10- bis 20-minütigen Eingriffs. „Das lässt sich in gewisser Weise mit dem Autopiloten in einem Fahrzeug vergleichen“, erklärt Dr. Markus Preischer FEBU, Oberarzt an der Urologischen Abteilung in Ried. Durch die Ausschaltung dieser möglichen Fehlerquelle brauchen die Patienten keine Ruhigstellung durch eine Vollnarkose mehr, eine örtliche Betäubung reicht aus. Deshalb kann die Biopsie ambulant erfolgen, eine stationäre Aufnahme ist nicht nötig.

 

Deutliche Vorteile 

Das System bietet weitere bedeutende Vorteile: Die Biopsie erfolgt nicht durch den Enddarm, sondern durch den Damm („transperineal“). So wird die Infektionsgefahr deutlich reduziert, es müssen nicht mehr vorsorglich Antibiotika verabreicht werden. Vor allem aber liefert die Fusionsbiopsie ein Höchstmaß an Genauigkeit und sorgt dafür, dass klinisch relevante Tumoren der Prostata mit größtmöglicher Sicherheit entdeckt werden. 

Nicht nur die Diagnostik erfolgt in der Rieder Urologie auf hohem Standard: Sollte sich der Verdacht auf Prostatakrebs anhand der Biopsie bewahrheiten, stehen im Innviertler Schwerpunktspital modernste Behandlungsverfahren zur Verfügung, u. a. die Prostataentfernung mit dem roboterassistierten da-Vinci-Operationssystem. „Wird Prostatakrebs früh erkannt, werden die meisten Betroffenen mit hoher Wahrscheinlichkeit zur Gänze geheilt“, betont Oberarzt Dr. Preischer.  

 

Neues Qualitätslevel 

„Mit der Fusionsbiopsie gelingt es uns, die Abklärung von Prostatakarzinomen auf ein neues Qualitätslevel zu heben und zugleich den Untersuchungsaufwand für die Patienten wesentlich zu verringern“, so Dr. Johannes Huber, Ärztlicher Direktor im Krankenhaus Barmherzige Schwestern Ried und selbst Facharzt für Urologie.


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