Das Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Ried setzt auf KI zur frühzeitigen Erkennung von Mangelernährung

  • 12.01.2026
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  • Barmherzige Schwestern Ried
Innovatives Screening verbessert Versorgung von Patient*innen und Arbeitsalltag im Team. Das Schwerpunktkrankenhaus in Ried setzt einen wichtigen Schritt im Bereich der digitalen Gesundheitsversorgung und führt als erstes Krankenhaus in Oberösterreich ein KI-gestütztes Screening-Tool zur frühzeitigen Erkennung von Mangelernährung ein. Das „Personalised Risk Tool – Modul Mangelernährung“ unterstützt seit April 2025 die onkologischen Stationen sowie die Onkologie-Tagesklinik und verbessert sowohl die Behandlungsqualität für Patient*innen als auch die Arbeitsabläufe für die Mitarbeitenden.

Automatisiertes Screening im klinischen Alltag

Die Funktionsweise des neuen Systems ist einfach und effizient in den klinischen Alltag integriert. Bei der Aufnahme geben die Pflegekräfte Größe und Gewicht in die elektronische Fieberkurve ein, woraufhin das KI-Tool automatisch diese Daten zusammen mit Diagnosen, Laborwerten und Medikation analysiert. Bei einem erkannten Risiko erfolgt eine direkte Anzeige in der Diätologie, die daraufhin ein detailliertes Assessment durchführt und gemeinsam mit den behandelnden Teams eine individuelle ernährungstherapeutische Behandlung einleitet.

 

Vorteile für Patient*innen

Für Patient*innen bringt das neue System entscheidende Vorteile. Sie werden bereits bei der Aufnahme und im Behandlungsverlauf zuverlässig auf ein Risiko für Mangelernährung überprüft. Das ermöglicht eine frühzeitige Erkennung und dadurch bessere therapeutische Ergebnisse, zum Beispiel bei belastenden Behandlungen wie einer Chemotherapie. Zudem sinkt das Infektionsrisiko, während körperliche Erholung, Lebensqualität und Therapietoleranz steigen.

 

Entlastung und Unterstützung der Mitarbeitenden

Auch für die Mitarbeitenden bedeutet das System eine spürbare Verbesserung im Arbeitsalltag. Das bisher manuelle Screening entfällt, wodurch die Pflege entlastet wird, und eine einheitliche, objektive Einschätzung gewährleistet ist. Die „eingesparte Zeit“ kann nun verstärkt im direkten Patient*innenkontakt angewendet werden, was zu einer noch individuelleren und wertvolleren Betreuung führt. Entscheidend bleibt jedoch, dass die KI nicht die Expertise der Fachkräfte ersetzt, sondern sie stärkt. Ein besonders wichtiger Aspekt des Erfolgs ist die hohe Bereitschaft der Mitarbeitenden, neue Wege mitzugehen. Die Teams auf den Stationen zeigen sich seit Projektbeginn äußerst innovationsfreundlich und haben die zusätzlichen Anforderungen während der Entwicklungs- und Pilotierungsphase aktiv unterstützt und mitgetragen. Diese Offenheit für digitale und klinische Innovation ist eine wesentliche Basis dafür, dass Projekte dieser Art nachhaltig gelingen.

„Die Einführung des KI-Tools trägt wesentlich zur ernährungstherapeutischen Versorgung bei. Wir erhalten Risikohinweise frühzeitig und können schneller reagieren – das kommt direkt den Patient*innen zugute“, erklärt Doris Osterkorn, BSc BSc, Leitung Diätologie.

Bereichsleiter Christoph Spann, BScN, betont: „Künstliche Intelligenz ersetzt niemals die Experteneinschätzung von medizinisch/pflegerischen Fachkräften. Sie unterstützt uns jedoch dabei, Patient*innen mit einem Risiko für Mangelernährung zum früheste möglichen Zeitpunkt zu identifizieren. So wird unsere Arbeit präziser und effizienter.“

 

Investition in die Zukunft

Mag. Johann Minihuber, Geschäftsführung des Hauses, sieht in dem Projekt einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg in die Zukunft der klinischen Versorgung. Man setze bewusst auf innovative digitale Lösungen, wenn sie den Arbeitsalltag erleichtern, die Versorgungsqualität erhöhen und einen nachhaltigen Mehrwert für Mitarbeitende und Patient*innen schaffen. Investitionen wie diese seien nicht bloß technische Fortschritte, sondern zentrale Bausteine einer modernen, patientenzentrierten Medizin.

Mit dem KI-basierten Screening zeigt das Krankenhaus Ried, wie moderne Technologie und fachliche Kompetenz miteinander verschmelzen können – für eine Versorgung, die präziser, effizienter und spürbar besser ist.


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